Szeged ist die drittgrößte Stadt Ungarns und liegt an der südlichen Grenze zu Rumänien und Serbien.
Mit über 2.000 Sonnenstunden pro Jahr ist sie die sonnenreichste Stadt Ungarns und daher als „Stadt des Sonnenscheins“ bekannt. Szeged wird aber auch die Stadt der Kunst und Kultur genannt – hier gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Ein Anziehungspunkt für Gäste aus der ganzen Welt sind zudem das Thermalbad Anna, die seit 1931 stattfindenden Domfestspiele und nicht zu vergessen die Universität. Die Universität von Szeged, vor allem die medizinische Fakultät, ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und bietet Studiengänge in Deutsch und Englisch. Die vielen internationalen Studenten geben der Stadt einen sehr lebhaften Charakter und modernen Charme. In den vielen Bars und Clubs findet man ein abwechslungsreiches Nachtleben.

 

Lage

Szeged ist die Hauptstadt des Komitates Csongrád und die drittgrößte Stadt Ungarns. Die Großstadt wird vom Fluss Theiß durchflossen und liegt an der südlichen Grenze zu Rumänien und Serbien. An der östlichen Stadtgrenze mündet der Maros in die Theiß. Im Norden des  Stadtgebietes liegen zwei größere Seen, der Fehér-tó und der Sándorfalvi halastó. Im übrigen Stadtgebiet befinden sich noch ca. 15 kleinere Seen, einige davon künstlich angelegt, z. B. für den Kanusport.
Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr haben der Stadt den Beinamen „Die Stadt des Sonnenscheins“ beschert.

 

Geschichte

Die ersten archäologischen Funde der Gegend gehen auf die Jungsteinzeit ca. 5.000 vor Christus zurück. In der Römerzeit wurden auf den Wasser- und Landwegen um Szeged Waren befördert und es wurde die römische Siedlung Partiscum gegründet. Ausgrabungen lassen vermuten, dass auch der Hunnenkönig Attila hier einen Stützpunkt unterhielt.
Nach der Landnahme im 10. Jahrhundert siedelten die Ungarn an, die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1183. Nach der Zerstörung Szegeds während des Mongolensturms 1241 wurde die Stadt wieder aufgebaut und mit einer Burg befestigt. Im Jahre 1247 nahm König Béla IV. Szeged für sich in Anspruch. 1498 wurde Szegeds zur Königlichen Freistadt erhoben. Dank ihrer günstigen Lage am Zusammenfluss von Theiss und Maros spielte die Stadt seit dem 13. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Handelszentrum, die sie auch während der osmanischen Besetzung waren konnte. 1686 endete die Türkenherrschaft nach 143 Jahren, als die Stadt nebst Burg von den österreichischen kaiserlichen Heeren zurückerobert wurde.
1879 wurde Szeged diese Lage jedoch zum Verhängnis, als eine große Flutwelle der Theis die Stadt überschwemmte und 95% der Stadt vernichtete. Mit Hilfe einer damals beeindruckenden internationalen Hilfsaktion wurde Szeged wieder aufgebaut; Architekten aus vielen Ländern bauten am neuen Szeged und hinterließen ihre Spuren. Die Ringstraßen tragen heute die Namen der Städte, die beim Wiederaufbau geholfen haben. Mit seinem einheitlichen, eklektizistischen Stadtbild, den Palästen der Innenstadt sowie den großzügigen Parks und Plätzen erhielt Szeged den Charakter einer modernen europäischen Stadt.
Im Jahr 1973 wurden eine Reihe von Nachbardörfern in Szeged eingegliedert, seit dem wächst die Stadt unaufhaltsam.
Heute ist Szeged ein Zentrum der Wirtschaft, Kultur und Wissenschaften. Mit den kürzlich unter einem Dach zusammengeführten Universitäten und Hochschulen sowie vielen Gymnasien unterschiedlicher Spezialisierung gehört sie zu den fünf großen Studienzentren Ungarns.

Sehenswürdigkeiten

Dóm tér
Der Domplatz ist mit 12000 qm so groß wie der Markusplatz in Venedig. Umrahmt ist er mit Gebäuden in eleganten nordeuropäischen Stil. An der Ost- und Südseite stehen die Gebäude der Universität, an der Westseite sind das Bischöfliche Palais und kirchliche Institute zu finden. Unter den Arkaden erinnern mehr als hundert Statuen an die herausragenden Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte, Wissenschaft und Kunst. Im Sommer finden hier alljährlich die bedeutenden Szegediner Freilichtspiele mit Konzert, Oper, Ballett und der traditionellen Aufführung des Dramas „Die Tragödie des Menschen“ von Imre Madách statt.

Der Dom
Die Votivkirche entstand erst in den Jahren zwischen 1913 und 1930. Die Orgel, die mit ihren fünf Klappen und 10180 Pfeifen zu den größten Europas zählt, ist Mittelpunkt häufiger Orgelkonzerte.

Serbisch-orthodoxe Kirche (Dóm tér)
Die 1773 – 1778 erbaute Kirche beherbergt eine aus Birnbaumholz geschnitzte Rokoko-Ikonostase mit 80 Ikonen von Jován Popovics.

Demetriusturm (Dóm tér)
Der Turm ist Überrest einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und das älteste Baudenkmal der Stadt.

Pantheon (Dóm tér)
Die Nationale Gedenkhalle enthält Statuen, Büsten und Reliefs herausragender ungarischer Persönlichkeiten aus Geschichte, Literatur, Kunst und Naturwissenschaft.

Zenélö óra (Dóm tér)
Die Musikuhr, die sich über dem nördlichen Zugang des Dóm tér befindet, lässt jeweils um 12:15 Uhr und um 16:15 Uhr für neun Minuten ihr Glocken- und Figurenspiel erklingen.

Széchenyi tér
Der von Platanen und anderen seltenen Bäumen beschattete Platz entstand nach dem großen Hochwasser an der Stelle des alten Marktplatzes und ist einer der schönsten Plätze der Stadt. Hier stehen neben dem Rathaus verschiedene Bronze- und Marmorstatuen sowie ein Brunnen mit allegorischen Darstellungen der Theiß. Mit seinen Grünflächen, Statuen und Brunnen lädt er zum Flanieren ein und wird von der Stadt regelmäßig als Veranstaltungsgelände genutzt.

Városháza (Széchenyi tér)
An der Westseite des Széchenyi tér steht das imposante, im Jugendstil errichtete Rathaus Im Obergeschoss verbindet die „Seufzerbrücke“ das Rathaus mit dem Nebengebäude.

Seufzerbrücke (Széchenyi tér)

Klauzál tér
Eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Platzes ist das klassizistische Kárász-ház, von dessen Balkon Lajos Kossuth 1849 seine letzte Rede in Ungarn gehalten hat. Zusammen mit der Kárász utca bildet der Platz ein beliebtes Fußgängerviertel mit zahlreichen Straßencafés und das Geschäftszentrum der Stadt. Auf dem Klauzál tér befindet sich eines der bekanntesten und größten Kaffeehäuser Szegeds, das Virág-kávéház.

Kárász utca
Die größte Einkaufsstraße Szegeds, die über den Klauzál tér in den Dugonics tér mündet.

Dugonics tér
Der im Mittelpunkt des Platzes angeordneten Brunnen mit seinem Wasserspiel zieht alle Blicke auf sich. Am Platz befindet sich das im Jugendstil errichtete Verwaltungsgebäude der Universität.

Roosevelt tér
Dort steht das Ferenc-Móra-Museum, benannt nach dem Gründer, dem ungarischen Schriftsteller Ferenc Móra. In den Hallen des Museums sind Ausstellungen zur Frühgeschichte der Region sowie Exponate zu archäologischen Funden der Awarenzeit zu besichtigen, aber auch Ausstellungen zur Bildenden Kunst, Naturwissenschaften, Apotheken, Volkskunst des Komitats Csongrád sowie eine Gedenkausstellung zu Ferenc Móra.

Nationaltheater (Deák Ferenc utca 12)
Das Nationaltheater wurde 1883 vom Wiener Architektenbüro Fellner & Helmer im neobarocken Stil errichtet.

Neue Synagoge (Gutenberg utca)
Sie entstand 1900 – 1903 nach den Plänen des Budapester Architekten Leopold Baumhorn, der im damaligen Ungarn 22 Synagogen erbaut hat,.und war bis zur Erbauung der Votivkirche das größte Gotteshaus in Szeged. Der überkuppelte Innenraum ist prächtig ausgeschmückt.

Zoo
Der Zoo von Szeged befindet sich ca. 2,5 km vom Zentrum entfernt in einem Waldgebiet. Die Tiergruppen werden nach Kontinenten und Klimazonen gehalten.

Anna Heil-, Thermal- und Erlebnisbad
Ein im Jugendstil gebautes Gebäude mit weißen Wänden und östlichen Elementen an der Tisza Lajos Ringstraße. Ursprünglich diente das Gebäude als das städtische öffentliche Bad. Seinen Namen bekam es von dem im Jahre 1927 gebohrten Brunnen neben dem Bad.

Napfényfürdö Aquapolis
Das in allen vier Jahreszeiten geöffnete Strandbad erwartet seine Gäste mit einer Wasserfläche von 4400 m2 und insgesamt 13 verschiedenen Wasserrutschen, darunter die längste Wasserrutsche Europas.

Städtische Schwimmhalle und Freibad
Der Sportkomplex befindet sich etwa 10 Minuten von der Innenstadt entfernt, in Újszeged. Hier wird auch ein Nachtschwimmen angeboten.

Domfestspiele
Seit 1931 finden in Szeged die Domfestspiele statt. Die Organisation der Festspiele ist weitgehend am Beispiel der Salzburger Festspiele orientiert. Der Platz vor dem Dom ist genauso groß wie der Piazza San Marco in Venedig und besitzt eine besonders gute Akustik.