Kolocsa, die Stadt am Ufer der Donau, war im 19. Jahrhundert mit der umliegenden Region das Zentrum des Paprikaanbaus Ungarns. Heute spielt der Tourismus und die Erzeugung anderer landwirtschaftlicher Produkte eine bedeutendere Rolle. Kolocsa ist ein Zentrum der Volkskunst in Ungarn und weltbekannt für ihre Stickereien. Auch die Freunde der Architektur kommen hier auf ihre Kosten: Kalocsa ist seit tausend Jahren Erzbistum und ist seinem Status entsprechend mit sakralen Bauten geschmückt. Mit dem Donaureiseverkehr kommen jährlich immer mehr Touristen in die Region. Seit 2002 besitzt die Stadt ein Thermalbad, welches ganzjährig viele Kur – und  Badegäste anzieht.

 

Lage

Kalocsa (deutsch Kollotschau) liegt im südlichen Teil der großen Ungarischen Tiefebene am Ufer der Donau, ca. 120 Kilometer südlich von der Hauptstadt Budapest.

 

Geschichte

Mit der Christianisierung Ungarns im Jahre 1001 gründete König Stephan I. das Bistum Kalocsa, das 1135 zum Erzbistum bestimmt wurde. Im 11. Jahrhundert erbaute der Erzbischof Benedikt ein Schloss, das jedoch im 16. Jahrhundert während der Türkenherrschaft zerstört wurde, ebenso wie die umliegende Stadt.
Zu Beginn des 17. Jahrhundert wurde die bischöfliche Burg ein zweites Mal aufgebaut. Als die Türken im Jahr 1686 abzogen, wurde die Burg jedoch erneut zerstört. Erst 1775 erstrahlte der bischöfliche Palast wieder in neuem Glanz und auch die Stadt belebte sich wieder.  Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Kloster zum geistlichen Zentrum der Region. 1875 wurden große Teile der Stadt bei einem Feuer zerstört. Nach wie vor aber ist Kalocsa Sitz eines der bedeutendsten ungarischen Bistümer.

 

Sehenswürdigkeiten

Dom zu Kalocsa
Der tausendjährige Dom mit seinen beiden Türmen ist das Wahrzeichen der Stadt. Der mittelalterliche Dom wurde mehrfach zerstört. Der barocke Bau, wie wir ihn heute besichtigen können, wurde in den Jahren 1735 bis 1754 erbaut.

Erzbischöfliches Palais (Szentháromság tér)
Der Palast steht auf den Überresten der einstigen bischöflichen Burg. Der barocke Prunkbau wurde 1760 fertig gestellten und wird geschmückt von wunderschönen Fresken. Im Palais befindet dich die bischöfliche Bibliothek, die ebenfalls besichtigt werden kann.

Bischöfliche Bibliothek (Szentháromság tér)
Die Bischöfliche Bibliothek befindet sich im Erzbischofs-Palast. Der mit Gemälden und Originalmöbeln eingerichtete barocke Lesesaal zählt zu den eindrucksvollsten seiner Art in Ungarn.

Dreifaltigkeitsplatz (Szentháromság tér)
Der Dreifaltigkeitsplatz im historischen Stadtkern mit dem Dom, dem Erzbischofs-Palast, der Dreifaltigkeitssäule und der Statue von Franz Liszt vor dem Dom.

Erzbischöfliche Schatzkammer (Hunyadi utca 2)
Im Haus des ehemaligen Domherrn István Katona ist die Erzbischöfliche Schatzkammer untergebracht und stellt die tausendjährige Geschichte der Erzdiözese von Kalocsa dar. Gezeigt werden u.a. mit Gold, Edelsteinen und Juwelen verzierte sakrale Gegenstände und Gewänder sowie die Reliquien der Heiligen Anne (Mutter der Jungfrau Maria) aus dem 16. Jahrhundert.

Paprika Museum (Szent István király út 6)
Im Paprika Museum kann man alles über Geschichte, Gewinnung, die verschiedenen Sorten und den Vertrieb des Gewürzpaprikas erfahren.

Károly-Viski-Museum (Szent István király út 25)
Das Museum ist Kalocsa und seiner Landschaft Sárköz gewidmet. Der wertvollste Teil der Ausstellung zeigt Stickereien und Trachten aus Kalocsa. Sehenswert sind aber auch die umfangreiche numismatische Ausstellung und die reiche Mineraliensammlung.

Nicolas-Schöffer-Gedenkhaus (Szent István király út 76)
Das Nicolas-Schöffer-Gedenkhaus zeigt eine Ausstellung der futuristischen Arbeiten des in Paris wirkenden, aber aus Kalocsa stammenden Bildhauers und Plastikers Nicolas Schöffer (1912-92). Schöffer gilt allgemein als Vater der kybernetischen Kunst.

Haus der Volkskunst (Tompa Mihály utca)
Ein historisches Bauerngehöft mit reicher Innenausstattung und Wandmalereien beherbergt eine Ausstellung zur Tradition des Kunsthandwerks. Es gibt einen Verkaufsraum mit Stickereien, Keramik, Gewürzpaprika und Souvenirs.

Porzellan Manufaktur (Malatin tér 5)
Die Kalocsa Porzellan Manufaktur wurde 1971 gegründet und produziert sowie liefert weltweit eine breite Palette an handbemalten Keramiken sowie Geschirrservices. Im Rahmen einer geführten Tour kann man alles über die Herstellung erfahren und anschließend auch Stücke erwerben.

Csajda-Garten – Thermal- und Schwimmbad Kalocsa
Die chemische Zusammensetzung des Wassers besteht aus Chlor, Brom und Jod und ist hervorragen geeignet für die Heilung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und rheumatischen Beschwerden.