Esztergom gehört zu den beliebten Reisezielen in Ungarn. Die geschichtsträchtige Stadt thront malerisch an der Donau am Fuße des Pilis Gebirges. Richtung Westen wandeln sich die Berge in sanfte Hügel und schmiegen sich in den Donauraum ein. Neben der Donau bringen auch plätschernde Bäche, malerische Seen und Moore Abwechslung in die Landschaft. Ein großes Gebietes steht unter Naturschutz und Touristen können auf Lehr- und Wanderwegen die malerische Landschaft erwandern.

Die Besucher erwartet neben dem mittelalterlichen Ambiente der Stadt eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, da Esztergom einst Ungarns Hauptstadt war. Heute glänzt Esztergom nicht nur mit seiner Architektur und seinen Museen, sondern bietet auch einiges an Freizeitangeboten, allen voran das Erlebnisbad in idyllischer Lage, eines der modernsten und schönsten Bäder des Landes.

 

Lage

Esztergom liegt ca. 50 Kilometer nordwestlich von Budapest am Ufer der Donau, die hier die Grenze zur Slowakischen Republik bildet. Die rund 32.300 Einwohner zählende Stadt befindet sich im Komitat Komárom-Esztergom.

 

Geschichte

Esztergom ist eine der ältesten Städte Ungarns. Um 350 v. Chr. wurde die Gegend von den Kelten besiedelt und der Felshügel befestigt. Im 2./3. Jahrhundert n. Chr. besetzten die Römer das Land und errichteten auf dem heutigen Burgberg ein Kastell. Um den Burgberg entstand die römische Siedlung Solva mansio. Später siedelten Hunnen, Awaren und Franken an.
Unter Kaiser Karl dem Großen lag hier die östlichste Festung des Fränkischen Reichs, genannt Strigonium (auf lateinisch) bzw. Ostrihom (slawisch).
Zentrale Bedeutung erhielt die Stadt aber erst im 10. Jahrhundert, als die Magyaren sich in dieser Region ansiedelten und Ostrihom der Sitz des Großfürsten Géza wurde. Aus Ostrihom wurde das magyarische Esztergom. Gézas Sohn, der spätere erste König Ungarns Stephan I., wurde um 969-975 auf dem Burgberg geboren. Im Jahr 1000 wurde Stephan I. in Esztergom zum ersten König Ungarns gekrönt, machte die Stadt zu seiner Königsresidenz und gründete das Erzbistum von Esztergom. Er ließ auf dem Burgberg neben einem neuen Palast eine große Basilika bauen. Bis zum ausgehenden 12. Jahrhundert blieb Esztergom ein Hauptsitz der ungarischen Herrscher.
Beim Mongolensturm 1241 wurde die damalige Hauptstadt Esztergom nahezu vollständig zerstört. König Béla IV verlegte daraufhin seinen Amtssitz nach Óbuda (Stadtteil des heutigen Budapest), diese wurde zur neuen Hauptstadt Ungarns. Das königliche Palais und die Burg schenkte er dem Erzbischof. Noch heute residiert der Primas von Ungarn in Esztergom.
Von 1543 bis 1683 war die Stadt unter Türkenherrschaft. Esztergom wurde zwar zum Zentrum eines großen türkischen Verwaltungsgebietes und zu einer wichtigen Grenzfestung an der nordwestlichen Grenze des Türkischen Reiches, aber wirtschaftlich und kulturell versank es in die Bedeutungslosigkeit.
Nach der Befreiung von den Türken war die Stadt völlig verwüstet und musste neu besiedelt werden; die meisten Siedler waren Deutsche und Slowaken. Erst 1708 wurde die Stadt zu einer königlichen Freistadt erklärt. Im 19. Jahrhundert wurde Esztergom mit spätbarocken und neoklassizistischen Bauwerken umfassend restauriert.

 

Sehenswürdigkeiten

Dom zu Esztergom
Der Dom die größte Kirche Ungarns und wurde 1822-69 im klassizistischen Stil errichtet. In Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. wurde er mit der eigens zu diesem Zweck von Franz Liszt komponierten Esztergom Messe feierlich eingeweiht. Über dem Hauptaltar hängt eine Kopie von Tizians ‚Himmelfahrt‘; dieses Gemälde ist eines der größten auf Leinwand gemalten Altarbilder weltweit. Im Dom befinden sich auch die Schatzkammer, die Grabkapelle des Erzbischofs Tamás Bakócz (1506/07) sowie die Krypta im pseudoägyptischen Stil, ein Labyrinth aus Gewölben und von Monolithen bewachten Grüften.

Schatzkammer
Die Schatzkammer im Dom mit byzantinischen, ungarischen und italienischen liturgischen Requisita aus elf Jahrhunderten ist die reichste Sammlung kirchlicher Kunstwerke in Ungarn.

Burgpalast
Im Burgpalast befindet sich heute das Burgmuseum. Der ehemalige Wohnturm und die Burgkapelle wurden Ende des 12. Jahrhunderts von König Béla III errichtet.

Burgmuseum (Szent István tér)
Das Museum zeigt archäologische Funde aus der Stadt und näherer Umgebung. Vom Turm bietet sich ein einzigartiger Ausblick auf die Stadt und die Donau, bis hinein in die Slowakei.

Burgkapelle
Die Westfassade ist im Stil der Romanik gestaltet und die Chorapsis dagegen im Stil der französischen Frühgotik.

Viziváros (Wasserstadt)
Unterhalb des Burghügels an der Kleinen Donau liegt die Untere Stadt, die Wasserstadt (Viziváros) genannt wird, mit sehenswerten pastellfarbenen Häusern, Kirchen und Museen.

St. Ignatius (Berényi Zsigmond u.)
Die ehemalige Jesuitenkirche und heutige Wasserstädter Pfarrkirche ist eines der schönsten Bauwerke der Stadt. Sie wurde 1728-38 von den Jesuiten im Stil des Barocks erbaut. Sehenswert ist unter anderem die reich verzierte Orgelempore.

Ehemalige Erzbischöfliche Palais (Mindszenty hercegprimás tér 2)
Rechts neben der Kirche liegt das Ehemalige Erzbischöfliche Palais mit dem Christlichen Museum.

Museum für christliche Kunst (Mindszenty hercegprimás tér 2)
Im ehemaligen Erzbischöflichen Palais befindet sich das christliche Museum, das die wertvollste Sammlung Ungarns an mittelalterlicher kirchlicher Kunst beherbergt.

Synagoge
Die ehemalige Synagoge wurde 1888 im romanisch-maurischen Stil erbaut und ist heute das Haus der Wissenschaft und Technik.
Özicseli Hadzsi Ibrahim Dschami (Berényi Zsigmond utca 18)
Die 400jährige Moschee ist eine der am besten erhaltenen Bauten dieser Art des ehemaligen Osmanischen Reichs außerhalb der Türkei. Die Dschami steht heute unter Denkmalschutz.

Bürgerstadt (Szécheny tér)
Die Bürgerstadt erstreckt sich um den mittelalterlichen Szécheny tér mit malerischen Bürgerhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, dem Rathaus aus dem 17. Jahrhundert und der dem Pantheon in Rom nachempfundenen Rundkirche St. Anna.

Aquainsel Esztergom
Das neu erbaute Wellness-Erlebnisbad auf einer Insel in der Donau bietet u.a. ein spezielles Angebot für Familien mit Kleinkindern, eine luxuriöse Saunawelt mit original türkischem Hamam sowie Gesundheitsangebote von Aroma- bis Physiotherapie.

Burgtheater (auf dem Burgberg)
Von Juni bis August hebt sich seit vielen Jahren, zumeist am Wochenende oder Mittwochs, der Vorhang des Freilichttheaters.

Tip: Der Wasserkarneval
Seit Jahrzehnten ist der Beginn der Saison der Wasserkarneval. Bei Einbruch der Dämmerung beginnt das Programm: Beleuchtete und geschmückte Boote fahren auf der Kleinen Donau, auf den Straßen gibt es Musik und Tanz.