Geschichte

Unter dem Großfürsten Árpád, ca. 9. Jahrhundert, wanderten die Magyaren in das Karpatenbecken ein. Die später geführten Raubzüge konnten erst durch den Sieg auf dem Lech-Feld zurückgeschlagen werden.
Am 20. August 1000 wurde das Königreich Ungarn von Stefan I. gegründet.
Zu leiden hatte das Land unter den Verwüstungen durch die Angriffe der Mongolen im Jahre 1241 und 1242. Fünfzig Prozent der Bevölkerung starben. 1301 starb Andreas III., der letzte Herrscher des Hauses Árpád.
Um 1370 und 1440 wurde Ungarn in Personalunion mit Polen regiert.
Unter dem weitsichtigen, gebildeten Matthias Corvinus stieg Ungarn 1458 zur politischen Großmacht auf. Durch ihn reisten Gelehrte und Künstler aus Italien an seinen Hof.
Etwa 1490 regierten die polnischen und litauischen Jagiellonen Ungarn und Böhmen in Personalunion.
Um 1526, nach dem Sieg der Türken über Ungarn, geriet ein großes Gebiet Ungarns unter türkische Herrschaft.
Nach 145 Jahren, in denen die Türken Ungarn besetzt hielten, eroberte Österreich 1686 Ungarn. Zu einem Aufstand kam es 1703 unter Fürst Franz II. Rákóczi, einem Adligen aus Siebenbürgen.
Letztendlich kam es 1848 zur Revolution. Diese Unruhen führten dazu, dass 1867 durch den Österreichisch-
ungarischen Ausgleich in gleichberechtigte Teile der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn geteilt wurde. Gekennzeichnet war der Vielvölkerstaat Königreich Ungarn durch innere Spannungen (Selbstständigkeit der nicht-magyarischen Völker).
1918 erklärte Ungarn den Austritt aus der Realunion mit Österreich. König Karl IV. verzichtete auf jeglichen Anteil an den ungarischen Staatsgeschäften. Ungarn verlor im Ersten Weltkrieg ein großes Gebiet, u. a. Siebenbürgen und die Slowakei. 1919 versuchte Ungarn, diese Gebiete wieder zurückzuerlangen. Dies scheiterte.
1920 führte Horthy, als Reichsverweser durch die Nationalversammlung gewählt, die Monarchie formal wieder ein. 1921 beschloss derReichstag durch das Dethronisationsgesetz die formale Absetzung der Dynastie Habsburg-Lothringen. Der Friedensvertrag von Trianon wurde anerkannt, nach dessen Bedingungen Ungarn zwei Drittel seiner Staatsgebiete an die Tschechoslowakei, Rumänien, den Südslawischen Staat und Österreich abtreten musste. 1941 trat Horthy auf Seiten der Achsenmächte in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. Besetzt wurde das Land durch Deutschland ab Mitte 1944, nachdem dieser Kontakt bekannt wurde.
Der Vertrag von Jalta beinhaltete die Unterordnung Ungarns gegenüber der Sowjetunion, was dazu führte, dass bis 1953 unter Mátyás Rákosi ein stalinistischer Kurs praktiziert wurde.
Am 23. Oktober 1956 kam es zu einem Volksaufstand. Imre Nagy erlangte erneut das Amt des Ministerpräsidenten. Dieser Aufstand wurde jedoch durch die sowjetische Armee blutig niedergeschlagen. Imre Nagy wurde hingerichtet. Sein Amt wurde von János Kádár übernommen. Später erfolgte eine eingeschränkte Liberalisierung im politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen Bereich.
Als 1989 der ungarische Außenminister und sein österreichischer Kollege symbolisch den Stacheldraht an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn durchtrennten, flohen viele Bürger aus der früheren DDR, die in Ungarn Urlaub machten, nach Deutschland. Auf die Revolution im Jahre 1989 hatte Ungarn einen erheblichen Einfluss. 1989, am 23. Oktober, wurde am Jahrestag des Ungarischen Volksaufstandes die Republik Ungarn ausgerufen. Vorbild einer geänderten Verfassung war das Deutsche Grundgesetz. Die ersten freien Parlamentswahlen seit 1947 fanden 1990 statt.
1999 wurde Ungarn Mitglied der NATO.
Am 29. Mai 2010 wurde Viktor Orbán zum neuen Ministerpräsident gewählt. Die Staatsform Ungarns wird im Artikel B der Verfassung weiterhin als Republik bezeichnet, die Regierungsform ist parlamentarisch.

Das Land wurde während der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 zur Zwischenstation einer bedeutenden Wanderbewegung von Flüchtlingen.