Pécs gehört zu den größten und schönsten Städten Ungarns. Seit Jahrhunderten treffen hier die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander und haben dem Ort einen unverwechselbaren Charakter verliehen. Bei einem Stadtbummel spaziert man durch ganze Jahrhunderte – von der römischen Provinzhauptstadt Sopianae über das mittelalterliche Quinque Ecclesiae, das osmanische Handelszentrum und das habsburgische Fünfkirchen zur modernen Universitätsstadt mit Bauhausstilelementen. Pécs wird die „Stadt der schönen Künste“ genannt und galt schon immer als kulturelles und wissenschaftliches Zentrum der Region. Hier wurde vor fast 650 Jahren von König Ludwig dem Großen die erste ungarische Universität gegründet. Die Unesco hat Pécs mitsamt den Resten eines altchristlichen Friedhofes aus dem IV. Jahrhundert zum Weltkulturerbe erklärt.

Die fünftgrößte Stadt Ungarns ist das Zentrum der Donauschwaben. Sie besitzt einen Bischofssitz und die erste Universität Ungarns, die 1367 von König Ludwig dem Großen gegründet wurde und damals eine der frühesten Universitäten Mitteleuropas war. Heute ist hier u.a. das Studium der Humanmedizin und der Zahnmedizin in deutscher und englischer Sprache möglich.

 

Lage und Klima

Am Fuße des Mecsek-Gebirges, ca. 30km nördlich von der kroatischen Grenze, liegt Pécs als eine der schönsten und auch ältesten Städte Ungarns. Die Stadt zwischen den Hügeln erinnert an die Toskana, und in lauschigen Straßencafés und verwinkelten Gassen fühlt man sich, besonders an heißen Sommertagen, ganz wie in Italien.
Auch das Klima ist mediterran betont, ideal für den Weinbau, so dass sich hier die sonnenreichsten Weinbauregionen Ungarns finden. Kaum mehr als 30 Kilometer entfernt liegt das berühmte Villány Weingebiet, die sonnigste Gegend Ungarns. In den Bergen, von denen der Zengö mit 684 Metern der Höchste ist, finden nicht nur Aktivsportler eine unberührte, abwechslungsreiche Natur mit Wäldern und Gewässern. Eine Vielzahl von Wanderwegen lädt zu Ausflügen zu schönen Aussichtspunkten ein.

 

Geschichte

Pécs ist eine der ältesten Städte Ungarns und war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort. Seit dem dritten Jahrhundert, zur Zeit der römischen Herrschaft, trug die Stadt den Namen Sopianae. Später hieß sie Quinque Ecclesiae („fünf Kirchen“), woraus sich ihr späterer deutscher Name Fünfkirchen herleitet. Der heutige Name der Stadt ist erstmals 1235 in einer Urkunde als Pechut („Pécser Weg“) aufgetaucht. 1290 wurde die Stadt in einer Urkunde Peech genannt. Die Bedeutung des Namens ist nicht klar, es gibt dazu mehrere Theorien. Eine davon deutet Pécs als eine Ableitung der slawischen Wurzel für „fünf“. Im Jahr 1367 gründete König Ludwig der Große die erste ungarische Universität, zur damaligen Zeit eine der frühesten Universitäten Mitteleuropas. Von 1543 bis 1686 stand Pécs unter osmanischer Herrschaft. Aus dieser Zeit sind viele Baudenkmäler erhalten. Im 16. und 17. Jahrhundert war Pécs ein Zentrum des ungarischen Unitarismus.

 

Sehenswürdigkeiten

Das Bad des Paschas Memi (Ferencesek u. 35)
Dieses Bad ist wurde um 1880 abgerissen und in den 1970er Jahren freigelegt und konserviert. In den überdachten Räumen der ehemaligen Badekammer und des Brennholzspeichers, sowie in dem Vorraum des Eingangs wurde eine kleine Ausstellung eingerichtet, die die in Ungarn errichteten türkischen Bäder, sowie die Geschichte der Aufbereitung des Bades des Pasches Memi darstellt.

Der Dom (Dóm tér 1)
Die Geschichte des Pécser Doms reicht bis in das Zeitalter des Römischen Reiches zurück. Die Grundmauern der heutigen Unterkirche wurden am Ende des 4. Jahrhunderts gelegt. Die Bauarbeiten der aus der romanischen Zeit stammenden Basilika begannen nach der Feuerbrunst im Jahre 1064. An dem groß angelegten Bauprojekt nahmen oberitalienische, lombardische und ungarische Architekten teil. Die fragmentarisch erhalten gebliebenen plastischen Denkmäler der Kirche kamen beim Umbau im 19. Jahrhundert zum Vorschein und sind nach einer langen Odyssee heute im Lapidarium des Doms unter würdigen Verhältnissen zu besichtigen.

Der Bischofspalast (Szent István tér 23)
Der Ursprung des Bischofspalastes reicht ebenfalls bis ins 12. Jahrhundert zurück. Aus einer im romanischen Stil errichteten Basilika mit drei Schiffen und zwei Türmen entwickelte sich im Laufe der Folgejahrhunderte die spätere Bischofsburg.

Rathaus (Széchenyi tér )
Das neobarocke, eklektische Gebäude trägt auch durch das Glockenspiel des Rathausturmes zur einzigartigen Atmosphäre der Stadt bei. Das Glockenspiel erklingt zu jeder vollen Stunde auf dem Széchenyi Platz. Das Rathaus beherbergt das Informationsbüro der Pécser Kulturzentrale. Hier können Sie sich über das Kulturangebot und über die in der Stadt abgehaltenen Festivals informieren, beziehungsweise können hier auch Eintrittskarten und Tickets besorgt werden. Das

Hotel Nádor (Széchenyi tér)
Im Jahre 1846 hatte die Pécser Händlerfamilie Schönherr auf dem heutigen Széchenyi Platz das vornehme Gasthaus zum Palatin errichtet, das seine Gäste mit dreißig Zimmern und einem Kaffeehaus erwartete. Eine Kuriosität des Gasthauses war, dass die Kuppel des Restaurants mit einer eigentümlichen manuell betriebenen Konstruktion verschoben werden konnte, so speisten die Gäste – wenn es ihnen danach zumute war – unter freiem Sternenhimmel zu Abend. Nach den Umbauarbeiten im Jahre 1902 wurde nach den Entwürfen von Imre Schlauch ein neues, zweistöckiges, im Sezessionsstil erbautes Hotel Nádor eröffnet, das zur Hofburg des Pécser Gaststättengewerbes avancierte. Im Untergeschoß wurde das im Kreise der Städtebürger außerordentlich populäre Kaffeehaus – wo übrigens ein reges Gesellschaftsleben herrschte – und das Restaurant eingerichtet. Der Oberbefehlshaber der im November 1944 einmarschierten russischen Truppen ernannte dass Hotel Nádor als das russische Hauptquartier, wobei nach der Befreiung das Gebäude dann in staatlichen Besitz übergegangen war. Das Hotel Nádor hatte seine Gäste bis zum Jahre 1989 empfangen. Die Rekonstruktionsarbeiten sind auch zurzeit im vollen Gange, so wird das älteste Hotel von Pécs in den nächsten Jahren mit aller Sicherheit wieder in seinem alten Glanze erscheinen können.

Europahaus (Mária u. 9)
Im Jahr 1895 wurde für die Donaudampfschifffahrtgesellschaft dieses Gebäude im eklektischen Stil nach den Entwürfen eines Wiener Architekten errichtet. Das dominierende Element der Fassade ist das prachtvolle Portal, dessen Statuen die Schifffahrt und den Steinkohlenbergbau symbolisieren.

Der Militärclub und das Offizierskasino (Király u. 13)
Im Jahre 1839 wurde das Gebäude vom Pécser Nationalkasino gekauft, deren Inhaber die Fassade des Gebäudes im klassizistischen Stil umbauen ließen. Im Jahre 1895, als das Fundament für das neue Kasinogebäude gelegt wurde, kamen türkische Krüge zum Vorschein. Die ursprünglichen Entwürfe wurden von Ágoston Kirstein angefertigt, da aber die Verwirklichung zu teuer gewesen wäre, hatte sie Imre Schlauch – der Ausführer – umgearbeitet, demzufolge im Jahre 1895 ein Gebäude im eklektischen Stil entstanden war.

Postpalast (Jókai utca 10)
Eines der schönsten und bedeutendsten Gebäude von Pécs. Neben der eklektische Fassade und neben den die Gotik heraufbeschwörenden Baldachinfiguren und den französischen Renaissanceornamenten erscheinen in der Form der Fenster und in den mit stilisierten Blumen gezierten Einlagen der Seitenfassade auch Stilelemente der Sezession. Das mit Glasur überzogene Wappen, das auf die Funktion des Gebäudes als Post verweist, die Reliefs und die Dachziegel wurden in der Pécser Zsolnay-Porzellanfabrik hergestellt.

Dömör-Tor (Dömörkapu)
Das Dömör-Tor ist ein Rastplatz am südöstlichen Hang der Misina und zugleich der Kreuzpunkt von mehreren Wanderrouten. Sein Name ist osmanisch-türkischer Herkunft und bedeutet „befestigter Gebirgspass“ bzw. wortwörtlich „Eisentor“.

Mecsek-Tor (Hunyadi János Straße aufwärts)
Das arkadengeschmückte Natursteingebäude ließ die Stadt Pécs nach den Entwürfen von Gyula Koszeghy im Jahre 1936 errichten. Das Tor ähnelt einer kleinen Burg, verfügt über eine Bastei und sogar über Arkaden. Die Stadt hatte das Gebäude als den symbolischen Eingang zum Mecsek Gebirge geplant, daher erhielt es auch den Namen „Mecsek-Tor“.

Die Barbakane (Esze Tamás u. 2)
Die Barbakane ist ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Rondell und die einzige in Ungarn erhalten gebliebene Rundbastei. Sie war ein Teil des Mauersystems der ehemaligen Bistumsburg. Das Rondell wird von einem Teil des ehemaligen Burggrabens umgeben, wobei man über die einstige Klappbrücke zum Eingang gelangt.

Das Dschami des Paschas Gasi Kassim (Széchenyi tér 20)
Im Auftrag des Paschas namens Gasi Kassim, der die Stadt 1543 okkupierte, wurde aus den Steinen der zuvor abgerissenen Heiligen-Bartholomäus-Kirche ein Dschami errichtet. Die Stadt Pécs wurde nach der fast anderthalb Jahrhunderte andauernden türkischen Besatzung am 14. Oktober 1686 befreit. Das Gebäude fungiert heute wiederum als katholische Kirche, in seiner äußeren Gestaltung hat es jedoch die Form des türkischen Dschamis beibehalten.

Das Dschami und das Minarett des Jakovali Hassan (Rákóczi út 2)
Das vom Pascha Jakovali Hassan gegründete Dschami wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts außerhalb des Szigeter Tores errichtet. Das Dschami wurde während der Rekonstruktion wieder seiner ursprünglichen Funktion entsprechend eingerichtet. In Ungarn ist dieses Bethaus das einzige Denkmal aus der Zeit der Türkenherrschaft, das zusammen mit seinem Minarett unbeschädigt erhalten blieb. Nach der 1975 beendeten Restaurierung und Rekonstruktion wurde hier aus den von der damaligen türkischen Regierung gestifteten Gegenständen eine ständige Ausstellung eröffnet.

Allerheiligenkirche (Tettye u. 14)
Die Kirche ist das älteste Gebäude des Budaer Außenbezirks. Sie wird dem burgmauerähnlichen Zaun des ehemaligen Friedhofes umgeben. Die ursprünglich im romanischen Stil erstellte Allerheiligen-Kirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil umgebaut. Am Anfang des 18. Jahrhunderts bis zum Jahre 1704 wurde sie von den Jesuiten verwaltet. In dieser Zeit wurde sie zu einer Dreischiffskirche umgebaut, zu jener Zeit wurde auch der kleine Turm mit der Zwiebelkuppel errichtet. Am Südteil des mit einer Steinmauer abgeschlossenen Friedhofs der Kirche sind Grabstätten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, im Norden dagegen barocke Grabsteine zu betrachten.