Nagycenk liegt im Westen Ungarns unmittelbar an der Grenze zu Österreich. Hauptattraktion ist das Schloss der Familie Széchenyi, in dem heute das István Széchenyi Gedenkmuseum untergebracht ist. Vor dem Tor des Schlosses beginnt die unter Schutz stehende Lindenallee, die zu einem interessanten Spaziergang einlädt. Denn an ihrem Ende befindet sich das wunderschöne Grabmal von Béla Széchenyi – dem Sohn des „größten Ungarn“ István Széchenyi – und seiner Gattin, Hanna Erdődy. Zwischen dem Schlossbahnhof und dem reizvoll restaurierten Bahnhof von Fertöboz verkehrt außerdem eine Museumseisenbahn, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Geschichte

Bei Ausgrabungen wurden Überreste aus der Hallstattzeit, sowie Gräber aus der Römer- und der Awarenzeit gefunden. Der Ort wurde 1291 erstmals erwähnt und war lange geprägt durch die Familien reicher Großgrundbesitzer wie der Széchenyi. Die Geschichte von Nagycenk kreist um sein Schloss, welches hervorgegangen ist aus dem spätbarocken Herrenhaus der Familie Széchenyi. Der Ingenieur und große Reformpolitiker Graf István Széchenyi gab dem Schloss 1834-1840 seine heutige Form und ließ erstmals in Ungarn eine Gasbeleuchtung und moderne sanitäre Einrichtungen installieren. Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Schloss schwer beschädigt. Nach der umfassenden Restaurierung 1969-1973 beherbergt das Schloss heute das István Széchenyi Gedenkmuseum, ein Hotel und ein Gestüt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee, ermordete die SS in Nagycenk hunderte inhaftierte Juden, die anschließend vergraben wurden.

 

Lage

Die Großgemeinde Nagycenk liegt im Westen Ungarns unmittelbar an der Grenze zu Österreich, südlich des Neusiedlersees, gegenüber der burgenländischen Ortschaft Deutschkreutz.

 

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Széchenyi
Das frühklassizistische Schloss beherbergt das István Széchenyi-Gedenkmuseum.

István Széchenyi-Gedenkmuseum
Das Museum ist seit 2002 Welt-Kulturerbe und zeigt die die Geschichte und die politischen Entwicklungen der Familie Széchenyi von typischen Aristokraten des 18. Jahrhunderts zu Demokraten und Reformern sowie Schlüsselfiguren des Freiheitskrieges von 1848.

Széchenyi ter
Den Széchenyi Platz vor der St.-Stephan-Kirche ziert die Bronzestatue des Grafen István Széchenyi auf einem Steinsockel.

St.-Stephan-Kirche
Die neoromanische, dreischiffige, römisch-katholische Kirche wurde 1864 nach Plänen von Miklós Ybl erbaut.

Széchenyi Mausoleum
Das Mausoleum im klassizistischen Stil befindet sich auf dem Dorffriedhof, gegenüber der St.Stephan-Kirche. Es besteht aus einer Kapelle (1778) mit darunter befindlicher Gruft. Hier ruhen 47 Mitglieder der Familie Széchenyi.

Széchenyi Museumsbahn
Gegenüber dem Schloss, am Ende der schönen alten Lindenallee, sind Lokomotiven und Eisenbahnwaggons aus dem Budapester Verkehrsmuseum zu besichtigen.
Eine Museumseisenbahn verkehrt zwischen dem Schlossbahnhof und dem reizvoll restaurierten Bahnhof von Fertöboz.

Schloss Széchenyi


Grabmal Graf Bela Szechenyi