Sopron liegt etwa 70 Straßenkilometer südlich von Wien und 210 km westlich von Budapest und ist eine der ältesten Städten Ungarns. Sie gilt als Brücke zwischen Ungarn und seinen westlichen Nachbarn. Das Stadtgebiet wird von der Ikva durchflossen und ragt wie ein Sporn in österreichisches Staatsgebiet.

Die historische Altstadt vereint die zweitgrößte Anzahl denkmalgeschützter Gebäude in Ungarn. Gotik, Renaissance und Barock, dazu der Einfluss Wiens, die Baukunst umfasst alle Stilarten und Epochen. Das Wahrzeichen der Stadt, der Feuerturm, diente ab dem 13. Jahrhundert als nördlicher Torzugang innerhalb der Stadtmauer. Die Stadt ist von malerischen Weinbergen umgeben.

In der Stadt hat sich auch nach 1945 eine ungarndeutsche Präsenz erhalten, mit zweisprachigen Orts- und Straßenschildern, Deutschunterricht an Schulen sowie deutschsprachigen Studienangeboten an der Universität.

Im Stadtteil Balf gibt es schwefelwasserstoffhaltige Heilquellen, die schon den Römern ein Begriff waren. Deshalb entstand hier ein Heilbad, welches Bewegungs-, Wannen-, Kohlensäure- und Unterwassertraktionsbäder sowie Unterwasserstrahlmassage, Heilgymnastik, Elektrotherapie und Kneipp-Behandlungen anbietet. Behandelt werden können hier orthopädische und neurologische Krankheitserscheinungen.

 

Lage

Sopron liegt im Nordwesten von Ungarn, südwestlich des Neusiedler Sees. Sie gehört zum Komitat Győr-Moson-Sopron (deutsche Entsprechung: Verwaltungsbezirk Raab-Wieselburg-Ödenburg) und hat über 60.000 Einwohner. Das Stadtgebiet wird von der Ikva durchflossen und ragt wie ein Sporn in österreichisches Staatsgebiet.

 

Geschichte

Das Gebiet um Sopron wurde bereits in der frühen Eisenzeit besiedelt. Die Römer gründeten an der Stelle des heutigen Sopron die Siedlung Scarbantia, einen Handelsplatz an der Bernsteinstraße. Die Erdwälle der römischen Siedlung bildeten in späterer Zeit die Grundlage für die mittelalterlichen Stadtmauern. An der Stelle des römischen Forums befindet sich heute der Hauptplatz von Sopron. In der Zeit der Völkerwanderung verwaiste die Stadt, bis sie im 10. Jahrhundert von eingewanderten magyarischen Stämmen neu besiedelt wurde.
1277 erhielt Sopron den Titel einer königlichen Freistadt, als es sich der Belagerung durch König Ottokar von Böhmen widersetzte. Von 1459-1462 war die Stadt vorübergehend unter der Besatzung der Habsburger, wurde aber mit dem Frieden von Ödenburg wieder Ungarn zugesprochen. Nach dem Fall von Ungarn 1526 fiel es jedoch per Erbgang an Habsburg zurück und verblieb im ungarischen Reichsteil der Habsburger Monarchie.
Während der ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahre 1529 konnte sich die Stadt erfolgreich gegen eine Besetzung durch die osmanischen Truppen wehren, während das Umland von den belagernden Truppen geplündert wurde. Im Jahr 1676 zerstörte ein Feuer weite Teile der Stadt und in den folgenden Jahren erfolgte der Neuaufbau vieler Gebäude im Stile des Barock, wodurch die Altstadt ihre heutige Gestalt erhielt.
Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt als Hauptstadt des Burgenlandes vorgesehen und wäre bei weitem seine größte Stadt geworden. Bei einer bindenden Volksabstimmung in Ödenburg im Dezember 1921 sprachen sich jedoch 65,2% der Bürger für Ungarn aus. Wegen des Ergebnisses der Volksabstimmung wurde der Stadt vom ungarischen Staat der Titel Civitas Fidelissima („die treueste Stadt“) verliehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden deutschsprachige Ödenburger schriftlich aufgefordert, vom (sprachlichen) „Vaterland“ ins „Mutterland“ zu ziehen.
Am 19. August 1989 fand bei Sopron das Paneuropäische Picknick statt, bei dem 661 DDR-Bürger über die Grenze nach Österreich flohen. Jährlich werden am Ort dieses Ereignisses Gedenkfeiern veranstaltet.
Heutzutage ist Sopron ein aufstrebender Wirtschaftsstandort in Westungarn, der wirtschaftlich mit dem Nachbarland Österreich verbunden ist. In den 1990er Jahren war die Stadt ein attraktives Einkaufsziel für die Bewohner des Ballungsraumes Wien. Dies brachte der Stadt auch den Kosenamen Shop-ron ein, der der ungarischen Aussprache entspricht.

 

Sehenswürdigkeiten

Hauptplatz (Fő tér)
Mit dem Feuerturm, dem Wahrzeichen von Sopron. Nach dem Aufstieg wird der Besucher mit einem herrlichen Blick auf die Stadt, die Löver-Hügel im Südwesten und die österreichischen Alpen im Westen reichlich belohnt. Der Turm beherbergt Stücke der römischen Ausgrabungen sowie interessante Ausstellungen.
Ebenfalls am Hauptplatz findet man die Dreifaltigkeitssäule (von 1701, älteste und schönste Pestsäule Ungarns), das Lackner-Haus (ein aus dem Mittelalter stammende Gebäude mit Erker im klassizistischen Stil), das Storno-Haus (das barocke Eckgebäude ist eines der schönsten Gebäude Soprons), das ehemalige Rathaus Gambrinus-Haus (mit Rokokoverzierungen, mittelalterlichen Konsolen und gotische Sitznischen).

Kirchgasse (Templom utca) mit Palais Esterházy, Bezerédj-Haus (Barockpalast, die derzeitige Fassade stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts), Marien-Kirche (mit barocker Inneneinrichtung, der Hochaltar ist im Stil des Rokoko gestaltet), Kapitelsaal (zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Hochgotik in Ungarn. Hier wurden Königinnen und auch ein König gekrönt).

Klostergasse (Kolostor utca) mit der Apotheke „Zum Weißen Engel“ und Apothekenmuseum (Patikamúzeum), Palais Starhemberg, Kelterhaus, Palais Zichy.

Ursulinen Platz (Orsolya tér) mit klassizistischem Marienbrunnen, barockem Arkadenhaus (Lábasház) und neogotische Ursulinen-Kirche nebst Kloster und Schule.

Neue Gasse (Új utca) In der einstigen Judengasse stehen die meisten gotischen Gebäude, allen voran der Komplex der Alten Synagoge.

St. Michaels-Kirche (Szentlélek u. 2)
Der Sakralbau wurde im Stil der Romanik und Gotik erbaut. Der 48 Meter hohe Turm ragt über die Stadt.

Forum von Scarbantia (Új u. 1)
Das heutige Sopron, mit römischem Namen Scarbantia war im einstigen römischen Reich eine Grenzstation in der Provinz Pannonien. Ihre wichtige Rolle hat die Stadt auch ihrer Lage an einer der wichtigen Handelsstraßen des römischen Reiches, der Bernsteinstraße zu verdanken. Der Stadtkern, die heutige Altstadt, war im Mittelalter von Stadtmauern und Burggräben umgeben. Dieses Festungssystem hatte auch auf das Straßennetz seine Auswirkungen. Zentrum des römischen Oppidum war das Forum, dessen wichtigstes Gebäude – das Capitolium – 1893 beim Bau des Rathauses gefunden wurde. Mit den Ausgrabungen in den 1960-er und 1970-er Jahren konnte der volle Umfang und die Lage des Forums bestimmt werden. Die Sandsteinplatten des einstigen Platzes wurden aus dem Steinbruch von Fertőrákos hierher gebracht. Am südlichen Teil des Platzes kamen Sockel von drei Reiterstatuen aus Bronze zum Vorschein, an den einzelnen Seiten des Forums entdeckte man die Altäre verschiedener Götter. Der Tempel der drei Hauptgötter – Jupiter, Juno und Minerva – stand am höchsten Punkt der Stadt.

Heilbad Balf
Im Heilbad Balf gibt es schwefelwasserstoffhaltige Heilquellen, die schon den Römern ein Begriff waren. Deshalb entstand hier ein Heilbad, welches Bewegungs-, Wannen-, Kohlensäure- und Unterwassertraktionsbäder sowie Unterwasserstrahlmassage, Heilgymnastik, Elektrotherapie und Kneipp-Behandlungen anbietet.