Sümeg (deutsch Schimeck, kroatisch Šimeg) ist eine Stadt in West-Ungarn, südwestlich des Bakonywalds, im Komitat Veszprém. Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Burg. Unübersehbar erhebt sie sich malerisch auf einem Hügel, als größte und am besten erhaltene Burgruine der Gegend. Im Sommer finden auf dem Turnierplatz am Fuße des Burghügels historische Ritterspiele mit mittelalterlichem Festmahl statt. Auch als Wallfahrtsort kennt man Sümeg; seit 300 Jahren pilgern Menschen in die Franziskaner-Kirche, die eine Pietà (Schmerzhafte Muttergottes) beherbergt.

 

Lage

Sümeg ist eine Stadt in West-Ungarn im Komitat Veszprém. Es liegt südwestlich des Bakonywalds und nördlich des Keszthelygebirges. Sümeg liegt an der Hauptstraße 84 zwischen Sopron und dem Nordwestufer des Balaton. Linienbusse verkehren über günstige Verbindungen mit Städten / Orten am Nordufer des Balaton sowie in Westtransdanubien.

Geschichte

Bereits in der Bronzezeit war die Gegend um Sümeg besiedelt. Aus dieser Zeit finden sich Grabstätten, Steinäxte, Graburnen und andere Utensilien. Aus der Zeit des Römischen Reichs fand man Ende des 19. Jahrhunderts ein römisches Militärlager (Castrum) und römische Wohnhäuser. Die Fundstücke befinden sich im Stadtmuseum.

Nach dem Mongolensturm 1241/42 errichtete König Béla IV hier eine wichtige Grenzfestung. Sie wurde in den folgenden drei Jahrhunderten weiter ausgebaut und widerstand den Angriffen der Türken.

Im Jahr 1552 machte Bischof Biró Márton Padányi Sümeg zum Bischofssitz. Er ließ die Burg erweitern und den Bischofspalast ausbauen. Dies führte Gelehrte und Schriftsteller nach Sümeg. Barocke Bürgerhäuser entlang der früheren Stadtmauern sind Zeugen der damaligen Entwicklung. Im Jahr 1643 erhielt Sümeg das Stadtrecht, damit wuchs die Wirtschaftsleistung der Stadt. Es kamen Handwerker und Adelige in die Stadt, eine Stadtmauer wurde gebaut sowie auch ein Kloster und eine Kirche des Franziskanerordens. Im Jahr 1700 zerstörte ein Brand fast die gesamte Stadt; es wird überliefert, dass nur das Franziskanerkloster und vier Ziegelhäuser erhalten blieben. Zur Zeit der Aufstände von Rákóczi spielte die Burg ein weiteres Mal eine militärische Rolle. In der Zeit von 1703 bis 1709 wurde die Burg von den Aufständischen erobert. Im Jahr 1709 wurde sie von kaiserlichen habsburgischen Truppen wiedererobert, in den Jahren 1713 und 1726 in Brand gesteckt sowie dem Verfall überlassen. In den 1960er Jahren wurde sie restauriert und ist heute die am besten erhaltene Burg Transdanubiens.

Im 19. Jahrhundert machte sich Sümeg weit über Ungarn hinaus einen Namen als Ort des Weinhandels. Der Unternehmer Vince Ramassetter (1806–1878) baute ein Weingut sowie ein Handelsunternehmen auf, das seine Produkte in ganz Europa verkaufte.

 

Burg Sümec

 

Sehenswürdigkeiten

Burgruine
Die größte Burgruine Westungarns auf dem 270 m hohem Kalksteinhügel ist von weithin sichtbar. Der Aufstieg lohnt sich schon allein wegen der herrlichen Aussicht.

Burgmuseum
Es ist im Alten Turm aus dem 13. Jahrhundert untergebracht und beherbergt eine Ausstellung an Waffen, Rüstungen und Möbeln ist im Alten Turm aus dem 13. Jahrhundert untergebracht.

Pfarrkirche Christi Himmelfahrt (Szent Imre tér)
Im Inneren der Kirche findet man den Freskenzyklus von Franz Anton Maulbertsch, die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Sümeg und eine der bedeutendsten barocken Kunstdenkmäler Ungarns.

Franziskaner-Kirche (Szent István tér)
Sehenswert sind die modernen Fresken, der geschnitzte Hochaltar, die verzierte Kanzel und eine Pietà (Schmerzhafte Muttergottes), die seit 300 Jahren die Pilger anzieht.

Ehemaliges Bischöfliches Palais (Szent István tér)
1748-1755 auf den Grundmauern eines Renaissance-Baus errichtet.

Kisfaludy-Haus (Kisfaludy tér 4)
Das spätbarocke Geburtshaus des Dichters Sándor Kisfaludy beherbergt neben einem dem Dichter gewidmeten Gedenkmuseum auch Exponate aus der Burg Sümeg sowie eine Sammlung von Steinen und Fossilien aus der Region.

TIP! Im Sommer finden historische Ritterspiele mit mittelalterlichem Festmahl auf dem Turnierplatz am Fuße des Burghügels statt.