Budapest ist das glanzvolle Zentrum Ungarns. Die faszinierende 2-Millionen-Metropole ist nicht nur die größte Stadt und zugleich Hauptstand des Landes Ungarn, sondern gehört auch zu den acht größten Städten der Europäischen Union. Erst im Jahre 1873 entstand mit der Vereinigung der drei bis dahin unabhängigen Städte Buda, Óbuda und Pest die heutige Hauptstadt Pudapest. Jedes Jahr strömen unzählige Touristen in die „Perle an der Donau“, von deren zahlreichen Sehenswürdigkeiten einige auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste stehen.

 

Lage und Klima

Budapest liegt an der Donau, die an dieser Stelle das ungarische Mittelgebirge verlässt und in das ungarische Tiefland fließt. Der Stadtteil Buda liegt auf einer geotektonischen Bruchstelle und ist deshalb reich an Thermalquellen. Die Lage am Mittelgebirge verschafft Budapest ein relativ trockenes Kontinentalklima mit warmen Sommer und kaltem Winter. Die mittleren Temperaturen liegen bei -1,6 °C und 21 °C, die ergiebigsten Niederschläge sind im Frühsommer zu verzeichnen.

 

Geschichte

Im Jahre 89 beginnt Budapests Geschichte mit der Gründung eines römischen Militärlagers und einer daraus entstehenden römischen Siedlung. Die Römer gaben dieser Stadt, die auf dem Gebiet des heutigen Óbuda erbaut wurde, den Namen Aquincum (aqua = Wasser, denn die schon die Römer entdeckten die Heilquellen der Region). Unter der römischen Herrschaft wurden Amphitheater, Bäder und Wasserleitungen errichtet, deren Ruinen man noch heute bestaunen kann.
Am Ende des 4. Jahrhunderts kam es im Zuge von Völkerwanderungen und dem Untergang des Römischen Reiches zur Ansiedlung von slawischer Bevölkerung.
Ein Reitervolk aus Asien, die Magyaren, eroberten im Jahr 900 das Gebiet, auf dem heute Budapest steht. Alt-Buda wurde gegründet und war zu dieser Zeit Fürstenquartier. Im 10. und 11. Jahrhundert entwickelte sich an dessen Rande als ein Zentrum von Handel und Handwerk die Siedlung Pest. Im Zentrum wichtiger Verkehrswege gewann Pest immer mehr an Bedeutung, über die Donau entstand ein reger Fährverkehr zum gegenüberliegenden Buda. Mit der Krönung des ersten Königs von Ungarn Stephan I. im Jahr 1001 bauten die Ungarn ihre Vorherrschaft aus.
Als im Jahr 1241 durch den Einfall der Mongolen („ Mongolensturm“) die Städte Alt-Buda und Pest vernichtete, gründete der ungarische König Béla IV. auf dem Burgberg die Stadt Buda. Im Schatten des Burgbergs erwachten auch die Städte Pest und Alt-Buda zu neuem Leben. Mitte des 15. Jahrhunderts fielen die Türken in Buda ein und bestimmten in den nächsten 145 Jahren die Region. In dieser Zeit entstanden viele türkische Bäder und Hochschulen. Buda wurde zum Sitz eines türkischen Paschas, Pest fand zu dieser Zeit kaum mehr Beachtung und verlor einen großen Teil seiner Einwohner.
1686 wurden die Türken durch das kaiserliche Heer Österreichs vertrieben und Ungarn zur Habsburger Kolonie degradiert. Seit 1723 war Pest der Sitzt der administrativen Verwaltung des Königreiches. 1780 wurde von den Habsburgern Deutsch als Amtssprache eingeführt. So konnten sie die immer wieder aufflammenden revolutionären Bewegungen besser kontrollieren und vor allem wurde man damit den vielen deutschen Siedlern gerecht, die mittlerweile große Teile der Stadt bewohnten. Erst als sich im Jahre 1867 der österreichische Kaiser Franz Josef I. in der Matthiaskirche zum ungarischen König krönen ließ, begann die Blütezeit der drei Städte Alt-Buda, Pest und Buda, die sich 1873 zur Hauptstadt Ungarns vereinigten. Es entstanden viele prachtvolle Häuser und die Einwohnerzahl Budapests überschritt bald die Millionengrenze.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der unterlegenen Habsburger Monarchie verlor Ungarn über zwei Drittel seines Staatsgebietes an Jugoslawien, Rumänien und die Tschechoslowakei (Vertrag von Trianon).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die die Stadt 1944 von der Roten Armee erobert. Vier Jahre lang hatten die Ungarn ein Parlament und eine demokratische Ordnung mit fünf Parteien nach westlichem Vorbild. Danach gelangte jedoch die kommunistischen Partei an die Macht; Banken und Industrie wurden verstaatlich, Plattenbausiedlungen entstanden. 1956 entstand aus einer eskalierenden Studentendemonstration gegen die Sowjets ein Volksaufstand, der von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen wurde. 6000 Menschen wurden getötet, 200.000 Ungarn flohen über die Grenze nach Österreich und in den Westen. Budapests Innenstadt wurde verwüstet. In den 80er Jahren geriet das Wirtschaftswachstum des Landes ins Stocken, weshalb die die kommunistische Partei immer mehr marktwirtschaftliche Elemente in der Planwirtschaft zuließ. Dies führte dazu, dass Ungarn und Budapest den höchsten Lebensstandard im Ostblock erreichten.
Als 1989 der Eiserne Vorhang an der österreichisch-ungarischen Grenze fiel und deutsche Flüchtlinge aus der DDR in den Westen ausreisen konnten, wurde am 23. Oktober 1989 die demokratische Republik Ungarn ausgerufen.

 

 

Stadtteile / Bezirke

Budapest besteht aus den drei Stadtteilen Pest, das auf der östlichen, flachen Seite der Donau ca. zwei Drittel der Stadtfläche einnimmt, sowie Buda und Óbuda auf der westlichen und bergigen Seite.

Verwaltungsrechtlich ist Budapest in 23 Bezirke eingeteilt, die im Uhrzeigersinn mit römischen Zahlen durchnummeriert sind.

 

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Budapest ist eine gastfreundliche Stadt voll aufregender Kontraste. Berühmt für seine wunderschöne Lage an der Donau, die die eigentliche Hauptattraktion ist, mit den stadtbildprägenden Brücken. Die Kettenbrücke, heute das Wahrzeichen der Stadt, wurde als erste von insgesamt neun Brücken errichtet, etwas 30 Jahre vor den anderen Brückenbauten. Der mächtige Strom teilt die Metropole in das bergige Buda und das flache Pest. Die reiche und vielfältige Vergangenheit ist an jeder Ecke erkennbar: Stilvolle Kaffeehäuser, imposante Jugendstilbauten, einzigartige Brücken und eine grandiose Architektur erinnern an die Zeit der Monarchie. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen am Ufer der Donau.

Kettenbrücke

Auf der westlichen Budaer Seite erhebt sich der Gellértberg mit der Freiheitsstatue und der Zitadelle, die 1851 für militärische Zwecke erbaut wurde, und bietet einen phantastischen Rundblick über die Stadt. Am Fuß des Berges befindet sich das Hotel Gellért mit seinem berühmten Thermalbad, das als das eleganteste von Ungarn gilt. Nördlich des Gellértberges liegt der Burgberg, ein kulturhistorisches Juwel. Zwei Drittel seiner Fläche nimmt das Burgviertel ein, ein Drittel der gewaltige Burgpalast, dem ehemaligen königlichen Schloss, der die Nationalgalerie, die Nationalbibliothek und das Historische Museum beherbergt. Hier findet sich auch der Sitz des ungarischen Staatspräsidenten, im klassizistischen Palais Sándor (Palais Alexander) neben der Burg. Am Fuße des Burgbergs liegt als Abschluss der Burganlage zur Donau hin der Várkert Bazkár (Burggarten-Basar). Unter dem Burgviertel verläuft ein Labyrinthsystem, das zum Teil öffentlich zugänglich ist. Auf der nördlichen Seite des Burgberges steht die Matthiaskirche, die zur Donau hin von der Fischerbastei umschlossen wird. Seit 1987 stehen das Budaer Burgviertel und das Donaupanorama auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Burgberg

Die westliche Budaer Seite ist aber auch die Grünzone der Stadt mit beliebten Ausflugszielen, wie dem Budakeszi Vadaspark (Wildpark von Budakeszi) und den Bergen  János, Széchenyi, Normafa, Hárs, Remete und Hármashatár. Hier findet man teils zusammenhängende Höhlensysteme, die auch besichtigt werden können: Die mit 7200 Metern drittgrößte Tropfsteinhöhle des Landes, die Pálvölfyi-Höhle, und die Szemlohegyi-Höhle, eine Höhle mit Heilwirkungen.

Am östlichen Donauufer, auf der flachen Pester Seite, findet man das Parlamentsgebäude. Nach Süden anschließend die Akademie der Wissenschaften, der Roosevelttér (Roosevelt Platz) mit dem Greshampalast und eine Reihe großer Hotels am so genannten Donaukorso, die Pester Redoute (Ballsaal). In der Nähe finden sich die St. Elisabeth Kirche und die Corvinus-Wirtschaftuniversität. Das Nationaltheater neben der Lagymanosi-Brücke und den Palast der Künste erreicht man weiter Richtung Süden gehend.

Nationaltheater

Von hier aus zur Freiheitsbrücke führt auf der Pester Seite der Kleine Ring, der in etwas dem Verlauf der früheren Pester Stadtmauer folg. Die letzten Stadttore wurden Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen, man findet allerdings noch immer Reste der Stadtmauer. Zwischen dem Kleinen Ring und der Donau liegt die eigentliche Innenstadt Budapests. Parallel zum Fluss verläuft die Váci utca, sie ist die älteste Handelsstraße und die bekannteste Flaniermeile der Stadt. Sie verbindet die Große Markthalle mit dem Vörösmarty tér. In Richtung der Freiheitsbrücke geht es vorbei am Nationalmuseum, der Großen Markthalle und der Großen Synagoge (Dohany-Synagoge). Die zweitgrößte Synagoge der Welt, neben der sich das Jüdische Museum und das Holocaustmahnmal befinden, markiert den Zugang zum historischen jüdischen Viertel von Budapest, dem Elisabethviertel.

Große Markthalle

Die Große Ringstraße (Nagykörut), errichtet zwischen 1872 und 1906, führt vom historischen jüdischen Viertel in einem Halbkreis von der Petöfibrücke zur Margaretenbrücke. Sie wird gesäumt von prunkvollen Bauten im Stil des Historismus und Eklektizismus. Besonders hervorzuheben sind hier das Lustspieltheater, ein neobarocker Kuppelbau und der Westbahnhof, der an einen eleganten Palast erinnert. Besuchen sollte man auch das Café New York, im zweiten Weltkrieg das führende Literaten- und Künstlercafé Budapests, mit einer dem italienischen Renaissancestil nachempfundenen Innenarchitektur voll verschwenderischer Pracht aus Marmor, Gold, Spiegeln, Gemälden und neobarocken Schraubsäulen. Westlich neben dem Bahnhof liegt eines der größten Einkaufszentren Europas, das WestEnd, mit mehr als 400 Geschäften.

Café New York

Der Große Ring wird beim Oktogon-Platz von der Andrássy út gekreuzt, die den Stadtkern mit dem Stadtwäldchen verbindet. Die Andrássy út ist eine 2,4 Kilometer lange Allee und wird gesäumt von Wohnpalästen im Historismus, der Ungarischen Staatsoper, dem Museum Haus des Terrors und mehreren Plätzen gesäumt wird. Die Allee führt zum Heldenplatz mit Millenniumdenkmal und den Standbilder von vierzehn ungarischen Königen. Der Platz wird seinerseits von der Kunsthalle und dem Museum der Schönen Künste eingefasst. Seit 2002 gehört die Andrássy út zum Weltkulturerbe. Unter ihr verkehrt die erste Budapester U-Bahn, die nach der London Underground zu einer der ältesten elektrischen U-Bahnen der Welt gehört.

Heldenplatz

Im Stadtwäldchen,auf der Széchenyi-Insel, erhebt sich die Burg Vajdahunyad, die zur Budapester Millennniumsaustellung 1896 errichtet wurde. In ihr befindet sich das grösste landwirtschaftliche Museum Europas. In der Nähe befinden sich der Zoologisch-Botanische-Garten, der Hauptstädtische Großzirkus, die Eiskunstlaufbahn sowie das Széchenyk-Heilbad. Dieses Bad zählt zusammen mit dem Gellért-Bad zu den bekanntesten der Budapester Thermalbäder.

Burg Vajdahunyad

Außerhalb des Stadtzentrums, am westlichen Donauufer gelegen, befindet sich die römische Siedlung Aquincum, die wegen der dünnen Bebauung teilweise gut erhalten ist. Inmitten des Ruinenfeldes wurde 1894 ein Museum mit klassizistischer Front errichtet, in dem zahllose Grabungsfunde der Siedlung ausgestellt sind. Bei einem Besuch von Aquincum lassen sich alte Lazarettanlagen, zwei Freilichttheater, Werkstätten und die Unterkünfte der Truppeneinheiten bewundern.

Am östlichen Donauufer befindet sich das Mahnmal Cipök a Duna-parton (Schuhe am Donauufer), das zur Erinnerung an die Pogrome an den Juden während des Zweiten Weltkrieges gestaltet wurde.

 Mahnmal Schuhe am Donauufer

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